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Kein Blitz

Ohne Blitz und Donner. Im Inneren einer Gewitter- bzw. Cumulonimbuswolke finden sich sowohl Eisteilchen als auch Wassertropfen. Durch die starken Aufwinde sammeln sich die leichteren Eisteilchen im oberen Teil der Wolke und sind als riesiger Cirrusschirm in Form eines Ambosses zu sehen. Die großen und damit relativ schweren Regentropfen konzentrieren sich im mittleren und unteren Teil der Wolke.

 

Entladung führt zum Ausgleich

Verschiedene Vorgänge innerhalb der Wolke sorgen dafür, dass die Eisteilchen positiv und die Wassertröpfchen negativ geladen werden. Damit baut sich in der Wolke oben ein positives und unten eine negatives Ladungszentrum auf. Wird der Unterschied zu groß, sucht die Natur nach einem Ausgleich.

Blitzentladungen stellen die Balance wieder her. Für uns Menschen sind allein die Blitze zwischen Wolke und Erde gefährlich, diese machen aber nur einen kleinen Anteil aus. Etwa 80 Prozent der Entladungen erfolgen innerhalb der Wolke oder zwischen verschiedenen Wolken.

Ein Blitz beginnt mit einer so genannten Vorentladung. Beim Erdblitz wird dabei von der Wolke ausgehend zickzackförmig ein Blitzkanal in Richtung Erde aufgebaut. Kurz bevor er den Boden erreicht, wächst ihm von der Erdoberfläche eine Fangladung entgegen. Dies geschieht meist von erhöhten Punkten aus, zum Beispiel von Hausdächern, Kirchtürmen und Gipfelkreuzen.

 

Ströme von über 100.000 Ampere

Ist der Blitzkanal geschlossen, kommt es zur eigentlichen Hauptentladung in Form eines Blitzschlags. Dabei fließen Ströme von über 100.000 Ampère, so dass es innerhalb von Mikrosekunden zum Ladungsausgleich kommt. Nach der Hauptentladung folgen noch bis zu 40 Teilentladungen innerhalb von Tausendsteln bis Hundertsteln Sekunden. 

Der starke Stromfluss erhitzt die Luft im Blitzkanal plötzlich auf etwa 30.000 Grad. Die Luft dehnt sich explosionsartig aus, es entsteht eine Schockwelle. Die damit verbundenen Schallwellen hören wir als Donner. Ist der Blitzeinschlag sehr nah, kracht es heftig, bei größerer Entfernung hört man nur ein dumpfes Grollen. Die Zeit zwischen Blitz und Donner liefert einen Hinweis auf die Entfernung des Gewitters. Drei Sekunden entsprechen etwa einem Kilometer.

 

Verschiedene Blitze

Viele Legenden und Berichte ranken sich um den sehr seltenen Kugelblitz. Inzwischen zweifelt zwar niemand mehr an seiner Existenz, bei seiner Erklärung tappt man aber noch im Dunklen.
Ein anderes Phänomen ist das Elmsfeuer. Man sieht es gelegentlich auf Kirchturmspitzen, Schiffsmasten oder anderen hohen Gegenständen. Das Elmsfeuer ist sehr gefährlich, denn es zeugt von großen Ladungsdifferenzen zwischen Wolke und Boden. Ein Blitzschlag folgt meist kurz darauf.
Von einem Wetterleuchten spricht man, wenn ein Gewitter so weit entfernt ist, dass man zwar den Widerschein der Blitze sieht, den Donner aber (noch) nicht hört.

Quelle: www.WDR.de